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Aus den hohen Angebotsmieten müssen Konsequenzen für den Mietspiegel gezogen werden

Wohnungsmarktbericht 2016 der IBB

Wohnungsneubau weitestgehend nur für einkommensstarke Haushalte – Aus den hohen Angebotsmieten unter Missachtung der Mietpreisbremse müssen Konsequenzen für den Mietspiegel gezogen werden

Pressemitteilung Nr. 9/17 des Berliner Mietervereins

„Für die überwiegende Zahl der Mieterhaushalte hat sich die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt weiter verschlechtert, daran ändert auch die Zahl von rund 2.300 fertig gestellten Sozialwohnungen in 2016 nichts“, erklärte der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild. „Von den rund 9000 in 2015 bezugsfertig gewordenen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bzw. Bestandsgebäuden werden nach unserer Schätzung rund 50 % als Eigentumswohnungen verkauft.“

Gleichzeitig erreicht die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen im Jahr 2015 mit 17.331 Wohnungen einen neuen Höchststand. Aus dem Wohnungsmarktbericht ergeben sich keine Erkenntnisse darüber, wie viele Eigentumswohnungen vermietet werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass derzeit die Zahl der Mietwohnungen trotz des massiven Bevölkerungszuwachses nicht oder nur marginal steigt“, so Wild. „Es gilt also weiterhin, reich baut in erster Linie für reich.“ Aber selbst wenn Eigentumswohnungen vermietet werden, hilft dies breiten Schichten der Bevölkerung nicht. Denn bei Vermietung neuer oder umgewandelter Wohnungen liegt das Mietpreisniveau am oberen Rand.

Der Wohnungsmarktbericht dokumentiert erneut einen heftigen Anstieg der Angebotsmieten. Mit durchschnittlich 9,65 Euro pro Quadratmeter im letzten Quartal 2016 wird auch ohne die Berücksichtigung von noch teureren möblierten Wohnungen ein Höchststand erreicht. Aufgrund früherer Untersuchungen und Berechnungen des Berliner Mietervereins müssen wir davon ausgehen, dass bei zwei Drittel aller Wiedervermietungen Mieten oberhalb der Mietpreisbremse gefordert und auch gezahlt werden.

„Diese Missachtung der Mietpreisbremse muss Folgen für den Mietspiegel haben“, fordert Wild. Es kann nicht sein, dass widerrechtlich geforderte Mieten zur Leitlinie für Mieterhöhungen in bestehenden Mietverhältnisses werden.