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Dokumentation Kundgebung am 2.9.2011
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- Kategorie: Archiv
- Erstellt am Samstag, 17. März 2012 23:47
- Geschrieben von Super User
Pressemitteilung der Mieten Ag im Graefekiez
1. Finanzmarktkrise und Immobilienspekulation führen im Graefekiez zu der Verdrängung von Mietern.
2. Aufruf zur Teilnahme an der Kundgebung im Graefekiez am 2.9. um 17 Uhr in der Böckhstr/Ecke Graefestr. und der Teilnahme an der Mietenstoppdemonstration am 3.9. 14 Uhr ab Hermannplatz
Berlin-Kreuzberg, 30. 8. 2011, für den 2. September um 17:00 h ruft die Mieten AG im Graefekiez
gemeinsam mit der AG Mieten der Partei DIE LINKE Friedrichshain-Kreuzberg zur Kundgebung an der
Graefestr. 11/Ecke Böckhstr. 13 auf.
Das Haus gehört der dänischen Immobiliengesellschaft Taekker. Der Hauseigner Jörn Taekker will das Haus mit Hilfe der Bank- und Immobilienconsulting GmbH Ziegert in Eigentumswohnungen verkaufen. Die Entmietungsspezialisten der Fa. Ziegert sind nicht unbekannt. In der Barbarossastr. 59 hatten sie für die Fa. Hochtief gearbeitet, in der Dieffenbach 58a und in der Müllenhoffstr. 14 waren bzw. sind sie noch zugange und jetzt wickeln sie die Geschäfte der Fa. Taekker in der Graefestr. 11/Böhckstr. 13 ab. Die 29 Wohnungen des Eckhauses Graefe-/Böckhstr. werden zum Preis von 2.800,- Euro bis 3.300 Euro pro Quadratmeter angeboten.
Berliner Wohnungsmarkt in den Fängen der Finanzmarktkrise
Wie viele andere Firmen geriet auch Taekker, die bereits 2008 in Berlin 200 Liegenschaften mit 3.800 Wohneinheiten besaß, in den Sog der Finanzmarktkrise. Die Pleite der dänischen Roskildebank riss die Taekker-Gruppe an den Rand des Abgrunds. Ein Konkurs ließ sich nur über ein gerichtliches Schuldenmoratorium abwenden, in das auch der Berliner Immobilienbesitz einbezogen war. Durch den Verkauf von Häusern scheint die dänische Tochter die Zahlungsfähigkeit des Mutterkonzerns wieder herstellen zu wollen. Denn die Muttergesellschaft Taekker Europa APS verzeichnet ein Sinken der Eigenkapitalqoute von 23 % im Jahre 2008 auf minus 73 % im Jahr 2010. Allein der Wert der Berliner Immobilientochter wird auf 260 Millionen geschätzt. Der Veröffentlichung einer vertraulichen Schuldnerliste durch Wikileaks ist zu entnehmen, dass die Taekker Europa APS Kunde der isländischen Kaupthing Bank war, ihre Anlage war als spekulativ eingestuft.
Die Schulden der Kaupthing Bank betrugen das Zehnfache der isländischen Wirtschaftsleistung und trieben die Insel in den Ruin.
Finanzmarktkrise beschleunigt Verdrängung von Mietern aus Kreuzberg
»Da Taekker hier im Kiez und in Kreuzberg einer der größten Eigentümer ist, könnte der Verkauf von Wohneigentum als Lösung der eigenen Finanzprobleme eine erhebliche Veränderung der Bewohnerstruktur bewirken«, so Martin Breger von der Mieten AG im Graefekiez. „Taekker bietet im Chamissokiez bereits weitere Eigentumswohnungen an“.
• Wenn Jörn Taekker sein Anlagevermögen optimal versilbern will, um so seinen Firmen in Aarhus wieder auf die Beine zu helfen, droht in Kreuzberg die nächste Umwandlungswelle von Miet- in Eigentumswohnungen und damit auch eine Beschleunigung der sozialen Verdrängung. Im Graefekiez läuft der Prozess auf Hochtouren. Die Mieten AG im Graefekiez fordert den Erhalt der sozialen Mischung des Kiezes durch „Bereitstellung von Wohnraum in kommunaler Hand.“ Wobei öffentliche Wohnungsbaugesellschaften nicht die Finanzierung des Haushaltsdefizits des Landes Berlin im Auge haben dürfen, sondern sie müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen „Keine Umgehung des Milieuschutzes durch Rauskaufen der MieterInnen, stattdessen kommunale Belegungsrechte für entmietete Häuser in Milieuschutzgebieten.“
„Durchsetzung von kommunalen Belegungsrechten bei Modernisierung und Neubau“ fordert Martin Breger von der Mieten Ag im Graefekiez. „Wir brauchen dringend eine Rechtsverordnung des Senats, damit Umwandlungen in Eigentumswohnungen genehmigungspflichtig werden“, fordert Pascal Meiser, Sprecher der Linkspartei in Kreuzberg. „Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer lehnt dies leider seit Jahren ab.“
Die AG-Mieten im Graefekiez trifft sich jeden
1. Montag im Monat in der Weltküche, Graefestr. 18 um 19 Uhr










